So, der Aufbau war schon schlimm, jetzt wird's aber noch schlimmer,
jetzt kommt der
Los geht's bei den Stoßstangen. Bei a - Modellen rostet die Vordere
im Bereich der Trittstufen unter der Gummiauflage häufig durch. Die
beliebten verchromten Stoßstangen der b's sind eigentlich immer durchgerostet
vorne wie hinten. Häufig steht nur noch die dünne Chromauflage.
Bei 72er Modellen und beim b-Modell mit Hängerkupplung rosten die
hinteren Stoßstangen geme im Bereich der Halter durch. Vordere Stoßstangen
haben an der Oberseite fast immer jede Menge Löcher durch irgendwelche
längst wieder abgebauten Halogenscheinwerfer oder Bugradhalter. Die
vorderen Türen rosten an der Unterkante und am Türboden. Hier
treffen Dank eines genialen Konstukteurs teilweise vier Lagen Blech übereinander.
Die Schiebetür ist an der Unterkante vor allem bei neueren Fahrzeugen
fast immer durchgerostet, oft auch schon dilettantisch repariert. Die
Hecklappe gammelt an der Unterkante des Scheibenrahmens und um das
Schloß herum, auch in den Ecken steckt gerne die Fäulnis. Die
Motorklappe bei Modellen bis 8 /71 rostet an der Unterkante oft durch,
kurioserweise meist der stabilere innere Rahmen stärker als die Außenhaut.
Die späteren Klappen hingegen sind nur selten durchgegammelt (möglicherweise
ein Konstruktionsfehler...), sie rosten nur innen gerne an allen Kanten
an. Das verschraubte Heckblech der a - Modelle ist meistens am Auflagefalz
der inneren Verstärkung auf- bzw. durchgerostet. Auch Anhängerkupplungen
können beim Bus durchrosten. Es gibt einige Ausführungen beim
T2a, die an den Haltern an den Längsträgern - da, wo sie verschraubt
sind - einen Hohlraum
haben. Hier hilft am besten die Hammerprobe. Beim '72er Modelljahr
auf die Stoßstangenhalter und die Schrauben am Kugelkopf achten.
Finger weg bei Fahrzeugen, die rundherum mit Reparaturblechen überschweißt
sind. Hierunter lauert das Grauen.
Die Aufnahme des Drehstabrohres hinten ist schwierig und nicht dauerhaft
zu schweißen.
Ein verdellter, welliger hinterer Laderaumboden mit quer verlaufenden
Durchrostungen über den kleinen Querträgem ist üüübel
- undnicht ohne kompletten Totalersatz von Boden und meist auch Trägern
zu reparieren.
Durchrostungen und ,,weiche Stellen" an den großen Längsträgern
sind die ,,Endstufe" der Durchrostungen - Fzg. wird instabil / diverse
TÜV - Richtlinien beim Schweißen zu beachten.
Viele schlecht eingeschweißte Bleche und ein dick drübergekleisterter
Unterbodenschutz machen jede Menge Arbeit beim Entfernen.
Fast immer, gerade beim a- Modell, schlabbert irgend etwas an der Lenkung.
Die grande catastrophe ist es, wenn das Lenkgetriebe die Ursache ist. Für
das a- Modell ist gebrauchter Ersatz praktisch nicht zu bekommen, Das Neuteil
nähert sich der l000 DM - Schallgrenze. Für das b - Modell
bekommt man noch eher günstige Gebrauchtteile, neu ist es jedoch genauso
teuer. Test : Im Stand die Lenkung langsam drehen. Treten Rastpunkte auf
ist das Lenkgetriebe unrettbar hin. Zweite Probe : wie beim TÜV am
Lenkrad wackeln. Knackgeräusche ( beim a konstruktionsbedingt, aber
leise) oder zu großes Spiel lassen sich oft noch einstellen. Ölverlust
ist ebenfalls nicht gut, aber auch kein Alarmsignal. (Vorsicht! Beim a
- Lenkgetriebe wird. Getriebeöl SAE 90 eingefüllt, beim b - Modell
Getriebefließfett ! Nicht verwechseln !) Meist ist die Lenkschubstange,
die vom Lenkgetriebe zum Lenkmittelbolzen am- unteren Vorderachsrohr geht,
defekt, in der Regel schlägt ein Kugelkopf aus. Die Spurstangen selbst
schlagen seltener aus, hin- und wieder sind sie jedoch leicht verbogen
(!). Der Lenkmittelbolzen schlägt auch aus, er muß alle 7500
Km abgeschmiert werden. (Preisfrage : Welcher Nichtliebhaber macht so etwas?)
Für Schlabbem können auch defekte oder falsch eingestellte Radlager
verantwortlich sein - Wackelprobe am Rad. Bleiben wir bei der Vorderachse
: Sind die Gummimanschetten der großen Traggelenke am Achsschenkel
in Ordnung? Nein? Nicht gut. Die Gelenke selbst sind trotzdem meist noch
intakt. Eine schwergängige Lenkung hingegen kann ihre Ursache in defekten
Traggelenken haben. Und nachdem der Rost ohnehin DAS Thema beim Bus ist,
müssen wir auch den Achskörper nach
Durchrostungen absuchen, vor allem an den unteren Bögen der Seitenschilder
(Kleine Löcher dürfen geschweißt werden) und an der Büchse
des Lenkmittelbolzens. Hier darf zwar auch geschweißt werden, aber
aus Sicherheitsgründen sollte man hiervon die Finger lassen. Die Hinterachse
der Busse hat keine ausgesprochenen Schwachstellen. Rumpelt es hinten beim
Fahren, so sind die Radlager hinüber. Zum Wechseln müssen Bremstrommeln,
Steckachse und Antriebswelle ausgebaut werden. Kein Hexenwerk, aber eine
umständliche und schmierige Sache wegen Gelenkwellenfett.
Die Bremsanlage der Busse ist robust, aber vor allem die Trommelbremsen
verlangen nach regelmäßiger Wartung, die aber eigentlich fast
nie. gewährt wird. Vier Trommeln = vier Richtungen. Oftmals genügt
bei schiefziehenden Trommelbremsen Reinigen und Nachstellen. Auf wundersame
Weise ist dann plötzlich auch oft der Weg des Handbremshebels wieder
in zumutbarer Länge. Auch das Bremspedal kommt spürbar weiter
oben. ( Die hinteren Bremsbacken sind nämlich bei 90% aller Busse
nicht richtig eingestellt und für langen Pedalweg verantwortlich).
Zieht die Bremse dann immer noch schief, so sind die
Bremsschläuche vermutlich verquollen. Pulsierende Bremsen lassen
auf unrunde Trommeln schließen. Bremsscheiben ( ab 8/ 70) sind oftmals
ziemlich abgenutzt. Ersatz bei Fahrzeugen bis 7/ 72 ist teurer als bei
jüngeren Modellen. Die hinteren Bremsankerplatten bei scheibengebremsten
Modellen rosten stark. Handbremsseile vor 8/ 72 sowohl aus dem Zubehör
als auch als Originalteil von VW passen oft nicht, also auch hier auf den
Zustand achten, sonst droht Nerverei bei Neuanschaffung.
Die Schaltung der Busse ist meistens hakelig und ungenau, die Rückwärtsgangsperre
defekt. Einfachere Ursachen: die Lagerbuchse der vorderen Schaltstange
ist kaputt, noch ist sie lieferbar und kostet nicht viel... Ebenfalls verschleiß-
und rostgefährdet ist die Unterlagplatte des Schalthebels. Sie ist
die Rückwärtsgangsperre, wenn aber die Kugel und die Kugelpfanne
an Schalthebel und -Stange nicht mehr ausreichend gefettet sind, so mahlen
diese Teile aneinander und ruinieren die Unterlegplatte. Die schwierige
Ursache einer hakeligen Schaltung kann eine ausgeschlagene Führung
der langen Schaltstange sein, hier müßten zum Wechseln Motor
und Getriebe ausgebaut werden. Geht die Schaltung bei Fahrtantritt besonders
schwer, so hilft oftmals ein Getriebeölwechsel. VW gibt zwar an, daß
ab 1970 die Getriebe mit einer "lebenslangen" Ölfüllung versehen
seien, dies ist aber ignorierbar. Man hat nicht damit gerechnet, daß
die Autos nach 20 Jahren noch immer laufen... Die
Getriebe generell sind robust, bei früheren Baujahren neigen sie
zum ,,singen". Daran muß man sich nicht stören - Ölwechsel
und weiterfahren heißt die einfachste Lösung! Ölundichtigkeiten
treten am Getriebe oft am Eingang der Schaltstange an der Gehäusevorderseite
auf, der Simmering in der Kupplungsglocke geht sehr selten kaputt, hängt
Öl am Flansch zwischen Motor und Getriebe, so stammt es fast immer
vom Motor. Austauschgetriebe - erkennbar am schwarzen Gehäuse - sind
oft von schlechter Qualität, Verschleiß im Diffrential ( Wackelprobe:
Haben die Antriebswellenflansche am Getriebegehäuse
Höhenspiel?) und Ölverlust sind hier leider fast normal.
Ein besonders lustiges Kapitel ist die Elektrik. Ab Werk ist sie schon
nicht gerade übersichtlich verlegt, dafür aber eigentlich sehr
zuverlässig. Der Hauptdefekt ist meistens der Fahrzeugbesitzer, der
mit Unmengen von Schaltem, Halogenscheinwerfern und Zusatzinstrumenten
die Verkabelung unterm Amaturenbrett gründlich vermurkst. Viele bunte
Kabel unbekannten Ursprungs und unbekannten Ziels baumeln gerade in irgendwelchen
Selbstausbau - Wohnmobilen herum. ,,Normale" Elektrikmacken sind hingegen
z.B. nicht funktionierende Rückleuchten/ Blinker hinten bis 8/ 71,
mangels Massekontakt (nicht tragisch). Durch eine undichte Frontscheibe
tropft Wasser genau auf den Sicherungskasten, an dem auch ab 1969 alle
Relais angebracht sind. Unregelmäßiger Blinker, nicht funktionierendes
Fernlicht und immer mal ausfallende beliebige Verbraucher wie Hupe oder
ein Scheinwerfer sind Zeichen hierfiir. Der Blinkerhebel der älteren
Busse bis 8/ 72 sitzt oft locker und rastet nicht mehr ein.
Leider meist irreparabel. Das Teil ist noch lieferbar, aber nicht ganz
billig. Die Blink-/Warnblinkanlage der frühen Fahrzeuge bis 8/ 68
ist sehr labil und nicht zuverlässig - der Wamblinker war damals noch
nicht Serie. Never disturb a running sytem. Der Dimmer im Lichtschalter
funktionierte schon ab Werk nicht richtig. Die Regler der Gleichstromlichtmaschine
gehen gerne kaputt,
gerade die neueren, "made in Brazil" Regler taugen nur wenig. Wenn
die Ladekontrolle nicht verlischt, oder manchmal leicht glimmt, hat es
den Regler in der Regel (sic !) erwischt, die Lichtmaschine ist robust.
Ölundichtigkeit: Überall, da die Motoren oft mit hoher Drehzahl laufen und recht heiß werden, werden die Dichtungen regelrecht "zerblasen". Besonders betroffen: Stößelrohrdichtungen und Simmering hinter der Kupplung. Erkennbar am von unten verölten Motor. Häufig ist auch der auf dem Motorblock stehende und vom Gebläsekasten verdeckte Ölkühler undicht. Wenn über die Zylinderverblechung links - in Nähe des Öldruckschalters - ein Ölstreifen läuft, und der Gebläsekasten um den "Deckel" hinter der Lichtmaschine klebrig ist, muß der Motor über kurz oder lang ausgebaut und abgedichtet werden. Kraftmeier ziehen manchmal die Schrauben der Benzinpumpe zu fest an, dann reißt der Bakelitsockel, auch hier tritt dann Öl aus.
Auspuff: Meistens undicht. Viele Billigschrottprodukte montiert.
Durchrostungen oft links an der Außenseite des Topfs, wo der Haltebügel
des Endrohrs verschraubt ist. Rechts ist er fast genauso oft durch. Auch
Risse sind nicht selten, z.B. an den Abgasrohreingängen in den Topf.
Oben (direkt aus den Zylinderköpfen) wie unten (aus den Wärmetausohem),
unten löst sich manchmal der ganze Rohrstutzen - Bus klingt dann wie
Hubschrauber. Die unteren Halteschellen sind meistens defekt oder wegvibriert.
Wärmetauscher: Durchrostungen an der Falz in der Gehäusemitte
sind häufig, ebenso an den Rohrausgängen in den Auspufftopf.
lst die Sache hier Undicht, kommen Abgase in den Innenraum. Sind original
VW - Wärmetauscher montiert ? (VW - Zeichen ist eingeprägt) Hier
lohnt sich bei kleineren Löchem noch eine Reparatur - eigentlich ist
dies nicht erlaubt, aber bei sauberer Ausführung drückt der TÜV
ein Auge zu. Zubehörwärmetauscher, die ohnehin meist nur lauwarme
Luft produzieren, kann man dann gleich wegwerfen. Obacht bei Neukauf :
am besten original VW (teuer !), bei Zubehör deutsche Teile (Leistritz
oder PM) nehmen, ganz großer Bogen um DanskPart und Bosal - keine
Heizleistung und Abgasgestank oft schon bei Neuteilen. Verblechung: Oft
wackelt und klappert Alles, die Schrauben vibrieren sich gerne weg, besonders
an der Motorunterseite. Rostet unten auch gerne. Häßlich, aber
nicht schlimm.
Rumpfmotor: Oje!
Alles kann kaputtgehen. Regelmäßiger Ölwechsel und
Kontrolle des Ventilspiels sind lebenswichtig. Wenn dies nachweisbar ist,
ist es schon einmal ein gutes Zeichen. Zylinderköpfe reißen
wegen Überhitzung zwischen Ventilen und Kerzenlöchern, besonders
bei Zweikanalköpfen (50 PS). Probe: "zischt" der Motor im Leerlauf
bzw. sind die Zündkerzenstecker gar verrußt, dann Riß.
Kolbenklemmer, bzw. -fresser drohen bei hoher Laufleistung und schlechtem
Öldruck. Mangelnder Öldruck kann von verschlissenen Lagem (schlecht)
oder Ölpumpe (weniger schlecht) herrühren. Klingt der Motor nagelnd,
metallisch hart, dann sind's die Lager, ist nichts zu hören aber die
Ölkontrolleuchte verlischt erst sehr spät, dann vermutlich die
Pumpe, sie sitzt hinter der Keilriemenscheibe und läßt sich
zur Not auch bei eingebautem Motor wechseln. Axialspiel der Kurbelwelle
überprüfen. Läßt sich die Keilriemenscheibe weit vor-
und zurückdrücken, so ist dies nicht gut, etwas Spiel ist normal.
Obacht, bei eingelegtem Gang merkt man nichts. Auch Motoren mit großem
Axialspiel laufen oftl noch gut, dann lohnt evtl. noch eine Nachstellung
hierzu muß der Motor aber ausgebaut werden.
Vergaser Nochmal oje!
Die Vergaser der Einkanalmotoren ( Solex 30/ 31 PICT 2 oder 3) machen
wenig Probleme. PICT 2 ist serienmäßig nur bis 1969 verbaut,
oft aber auch bei jüngeren Autos montiert. Leerlaufabschaltventil
sitzt links. PICT 3 hat Leerlaufventil rechts. Hier gibt's gelegentlich
ausgeschlagene Drosselklappenwellen. Erkennbar z.B. an völlig verdrecktem
Vergaser, der am Fuß aber
völlig sauber ist. Die 50 PS-Vergaser (34 PICT 3 oder 4) sind
von anderem Kaliber. Die Drosselklappenwelle ist fast immer ausgeschlagen,
Leerlaufabschaltventile locker wegen defektem Gewinde. Ruckeln und fehlender
Anschluß beim Schalten und Gasgeben lassen auf verdrecktes Umluftsystem
schließen. Leider läßt sich ein nicht vernünftig
funktionierender 50 PS- Vergaser meistens nicht mehr gescheit reparieren,
Ersatz (ab 249,-DM) ist aber zu bekommen.
Kupplung: Meist bis zum geht nicht mehr nachgestellt, da Ersatz etwa 450,- DM teuer. Kommt die Kupplung gleich auf dem ersten Zentimeter =Warnung!
Auspuffanlage: Astronomisch teuer, daher meist durchgerostet,
bzw. geflickt. Preise bei Volkswagen: Wärmetauscher ca. 850,-DM pro
Stück, Auspufftopf ca. 500,-DM Im freien Zubehör oftmals sehr
schlechte Qualität erhältlich. Die Heizklappen sind beim Typ
4 - Motor separat in zwei "Extrabirnen", die an den Rohren, die aus den
Wärmetauschern kommen, angeschraubt sind. Durch schlechte Verarbeitung
rosten auch sie sehr gerne. Schrauben des Endrohrs reißen sehr leicht
ab,
die Muttem am Flansch zwischen Topf und Wärmetauscher sind oft
bis zur Unkenntlichkeit verrostet. Hier muß im Zweifelsfall die gesamte
Auspuffanlage an den Zylinderköpfen gelöst und "im Stück"
nach unten abgelassen werden, um besser dranzukommen.
Vergaser: Spiel in den Drosselklappenwellen kann zu hohem Benzinverbrauch führen. Leerlaufabschaltventile können sich lockern. Luftfiterelement sollte regelmäßig gewechselt werden. Auch bei verstellten Vergasern läuft der Motor oft noch manierlich, da die Ansaugrohre mit diversen Unterdruck- und Ausgleichsleitungen verbunden sind. Dichtheit prüfen! Besonders wichtig: Die hintere Ausgleichsleitung zwischen den Vergasern. Am Anschluß der Saugrohre sitzen zwei Gummiwinkel. Sie sind durch Alterung und Überhitzung oft völlig hinüber. Der Motor zieht hier Falschluft und kann durch zu mageres Gemisch überhitzen. Sofort wechseln, falls kaputt, sonst bald Motor kaputt!
Benzinpumpe: Die idiotischste Konstruktion, die VW jemals am Bus verbrochen hat! Sie sitzt links neben der Kupplung an der Fahrzeugunterseite (wir schauen ausnahmsweise gegen die Fahrtrichtung). Sie ist Salz, Split und Dreckwasser direkt ausgesetzt. Nicht nur, daß sie generell schwer erreichbar angebracht ist, ihre Innenvielzahnbefestigungsschrauben (was für ein Wort) sind darüberhinaus auch noch durch ein Vorwärmrohr des Luftfilters verdeckt. Oft ist in der Nähe der Benzinpumpe alles verklebt mit einer Mischung aus Öl und Benzin. Kein schlimmer aber ein ärgerlicher Defekt!
Rumpfmotor: Im Gegensatz zu den "kleinen" Motoren problemlos.
Bei normaler Fahrweise und regelmäßiger Wartung sind durchaus
250000 Km drin. Sind erst einmal 100000 Km erreicht, klingen die Motoren
oft etwas blechern, dies ist aber meist kein Grund zur Beunruhigung. Evtl.
haben Nockenwelle oder Ventilstößel schon bessere Tage gesehen.
(Dann öfter nach Ventilspiel sehen, Öl 20 W 50 fahren) Manchmal
kann es aber auch alleine an einem billigen, dünnen Auspuff liegen.
Generell läßt sich sagen: verlischt die Ölkontrolleuchte
sofort, dann ist es O.K., geht sie erst bei höherer Drehzahl aus,
dann liegt vermutlich Lagerverschleiß vor. Kolben und Zylinder halten
meist das ganze Motorleben. Ersatz ist teuer. Gleiches gilt für die
Zylinderköpfe. Risse zwischen den Ventilen oder den Zündkerzen
treten fast nie auf, tückischerweise jedoch inden Auslaßkanälen.
Dann können sich die Ventilführungen in Ihrem Sitz lösen,
bzw. die Ventile sich im Sitz einarbeiten. Bei schwacher Leistung und gelegentlichem
Ölbläuen kann dies der Fall sein. Ölverlust tritt häufig
durch die Ventildeckeldichtungen auf, auch der vordere Simmering hinter
dem Gebläserad neigt zu Undichttikeit, der Kupplungsseitige hinter
der Schwungscheibe sowieso.
Der Fahrersitz ist fast immer durchgesessen, der Bezug aber noch in
Ordnung. Ab 1974 zerstaubt die Schaumstoffpolsterung der Sitze, man sitzt
darin wie auf einem Folterinstrument. Vernünftige Sitze sind schwer
zu bekommen, besser aufpolstern lassen. Wellige, sich lösende Türverkleidungen
rühren von fehlen den Plastikfolien in den Türen her, sie wurden
bei Reparaturen oder Lautsprechermontage in den Vordertiiren oft wegrationalisiert,
nun wird aber die Verkleidung von innen naß. Defekte Fensterheber
der Vordertüren sind sehr umständlich zu ersetzen. Drehfenster
vorne und hinten mal öffnen, oft hält man die
hinterher in der Hand. Je weniger verschiedene Schlüssel für
den Bus, desto besser. Armaturenbretter sind oft total zerlöchert,
Ersatz ist nicht unbedingt teuer, aber in gutem Zustand rar. Bei Campingbussen
mit Hubdach auf Zustand des Zeltstoffes achten. Die umlaufende Gummidichtung
der "großen" Westfalia-Dächer bis 1972 ist nicht mehr lieferbar
und muß aus teurer Meterware selbst gebastelt werden. Standheizungen
in Fahrzeugen, die vor dem 1.10.75 zugelassen sind, müssen nicht im
10-Jahresrhythmus werkstattüberholt werden. Wohl aber alle neueren,
der TÜV will Werkstattbescheinigung sehen - ist die vorhanden?! Schiebedächer,
die nicht funktionieren, sind umständlich zu reparieren, Laufspindeln
sind nicht mehr lieferbar. Schwarze und besonders rote Innenausstattungen
sind selten, sind sie komplett? Reifen für den Bus sind leicht zu
bekommen, aber nicht billig.
Die Pritschenauflagen der "offenen" Karosserievarianten sind oft zerdrückt,
auch die Ladebordwände sehen in der Regel schlimm aus. Lieber kleinere
Durchrostungen als nach außen gebogene Bracken, sie sind fast nicht
mehr zu reparieren. Ersatz ist sehr schwer aufzutreiben. Die großen
Westfalia - Holzpritschen sehen oft noch etwas besser aus, häufig
wurden diese Fahrzeuge von kleineren Markthändlern oder Gärtnereien
gefahren, die sie etwas besser pflegten. Auf vermodertes Holz achten. Eine
übliche Roststelle ist bei diesen Fahrzeugen eine durchgerostete Kabinenrückwand,
dort, wo die Pritsche ansetzt.
Hinter die Sitze gucken! Die "Tresorklappe" auf der Beifahrerseite
ist leider fast immer defekt. Auch hier muß man in der Regel die
Alte instandsetzen, da ein brauchbarer Ersatz zu vernünftigem Preis
zu kriegen ist.
Der Bus Kurier ist die Vereinszeitschrift der
Interessengemeinschaft
T2-Freunde des VW-Busses 1967-79